AHK: Neue Steuervorschriften im Oman

Die Außenstelle der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer in Muscat, Oman, hat im Gespräch mit Mahmoud Hamdan Al Raba'ni, Director of Taxpayer’s Services im Ministy of Finance, die wichtigsten Aspekte der seit Herbst 2017 geltenden, neuen Steuerregelungen mit Blick auf deutsche Unternehmen in Oman beleuchtet. Die wichtigsten Punkte aus diesem Gespräch:

Das Corporate Income Tax Law wurde 1971 erstmals im Sultanat Oman erlassen. 1981 wurde ein neues Einkommensteuergesetz für Unternehmen durch den Royal Decree Nr. 47/81 eingeführt, um das alte zu ersetzen. 1989 wurde das Gewinnsteuergesetz für alle Betriebe verabschiedet, dass effektiv erst 1994 zur Anwendung kam.

Vor dem Jahr 2016 lag der körperschaftliche Einkommensteuersatz bei 12 Prozent, 2017 wurde er auf 15 Prozent angehoben. Es gibt jedoch eine Ausnahme für kleine omanische Betriebe, die die folgenden Kriterien erfüllen müssen, um Anspruch auf einen viel niedrigeren Steuersatz von 3 Prozent zu haben:

  • Omanische Einzelfirma oder Omanische Partnerschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (LLC)
  • Das Grundkapital beträgt nicht mehr als 50.000 R.O. zu Beginn eines Steuerjahres
  • Die Anzahl der Mitarbeiter darf 15 nicht übersteigen
  • Bruttoeinkommen liegt nicht über 100.000 RO. für jedes Steuerjahr
  • ohne spezialisierte Lizenz (Luft- und Seeverkehr, Versicherungen, Banken u.a. Finanzinstitutionen, Gewinnung von Rohstoffen, öffentliche Versorgungseinrichtungen, andere Aktivitäten, die eine spezielle Genehmigung vom Council of Minister erfordern

Kritisch für deutsche Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten im Sultanat sind folgende neue Steuervorschriften gemäß dem Royal Decree 9/2017:

a) Gemäß Artikel 2 gilt eine ausländische Firma als Permanent Establishment, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten mehr als 90 Tage im Sultanat Beratungs- und andere Dienstleistungen erbringt oder wenn sie einen abhängigen Vertreter in Oman hat.

b) Gemäß Artikel 52 wird eine Quellensteuer von 10 Prozent auf bestimmte Arten von Einkünften erhoben, die im Sultanat für ein ausländisches Unternehmen oder eine ausländische Person, die über keine registrierte Firma in Oman verfügt:

  • Royalties
  • Gegenleistungen für Forschung und Entwicklung
  • Gegenleistungen für Nutzung von Computersoftware
  • Gebühren für die Verwaltung oder Erbringung von Dienstleistungen (beinhaltet praktisch alles auβer die Lieferung von Waren)
  • Dividenden auf Aktien oder Beteiligungen (gilt für Anteile von Joint Stock Companies)
  • Die 10-Prozent-Steuer gilt für die Bruttobeträge und muss durch den Steuerzahler (einschließlich Ministerien und anderen Regierungsstellen) abgezogen werden. Mit anderen Worten: Empfänger von Dienstleistungen von ausländischen Personen in Oman sind verpflichtet, 10 Prozent der Kosten für diese Dienstleistungen für die Steuerbehörde einzubehalten.

c) Steuerbefreiungen gelten nur für die verarbeitende Industrie für nicht erneuerbare fünf Jahre vorbehaltlich der Einhaltung bestimmter Bedingungen


Weitere Fragen beantwortet:

Sousann El-Faksch
Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer
Büro Oman
18th November Street, Building 268 2nd floor, Office 22, Azaiba
P.O. Box 750, P.C. 111
Muscat
Sultanate of Oman
Tel.: 00968-24498701
E-Mail: info(at)ahkoman.com

 

Nachrichtenquelle: IHK Hannover

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